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EV Aich deklassiert Waldkirchen und steht im Finale um die Bayerische Meisterschaft

Nur einen Tag nach der bitteren 3:5-Heimniederlage musste der EV Aich zum entscheidenden Spiel 3 im Halbfinale nach Waldkirchen reisen. Die Voraussetzungen standen alles andere als gut, neben den bereits am Samstag erkrankten Schwenk und Kreuzer musste Trainer Georg Herrmann auch noch auf Schmid und Weinberger verzichten. Der Aicher Coach konnte gerade mal drei Sturmreihen und zwei Verteidigungsreihen aufbieten. Außerdem stecke den Spielern die Begegnung vom Vortag noch gehörig in den Knochen – aber wie der Spielverlauf zeigen sollte, den Waldkirchnern ebenso. Einen derartigen Spielverlauf hätten aber wohl selbst die kühnsten Optimisten nicht erwartet.

Als das Spiel begann trauten die fast 400 Zuschauer ihren Augen kaum. Die Aicher übernahmen von Anfang an das Kommando und schockten den Gegner nach 46 Sekunden mit einem schönen Spielzug über Scholz und Korn mit dem Führungstreffer durch Jens Trautmann. Die Aicher blieben dran und legten nach. Als Andreas Koller nach einem Traumpass von Kapitän Stefan Urzinger zum 2:0 traf wurde es mucksmäuschenstill in der gut gefüllten Karoli-Halle. Die Aicher waren weiterhin die spielbestimmende Mannschaft. Früh störten sie das Aufbauspiel der Gastgeber und ließen sie so nicht ins Spiel kommen. Und wenn die Gastgeber doch durchkamen, war Jo Pfafferott im Aicher Tor eine unüberwindbare Wand.

Die Gastgeber drückten in der Folge mehr aufs Tempo und konnten die Begegnung ausgeglichen gestalten. Es kam zu guten Chancen für beide Teams. Auf Aicher Seite hatten Scholz und Trautmann die besten Möglichkeiten. Als in der 32. Minute ein Waitler auf der Strafbank saß, hatte Alexander Neumeier mit einem Pfostenschuss Pech. Den einzigen Treffer im Mitteldrittel erzielte Matt Puntureri nach schöner Vorarbeit von Christian Koller zum 3:0.

Im letzten Spielabschnitt trumpfte die Aicher Rumpftruppe dann so richtig auf. Erst jagte Puntureri (A. Koller/Jarczyk) die schwarze Hartgummischeibe in der 45. Minute zum 4:0 in den Winkel und als Daniel Korn (Scholz/Mustapha) kurz darauf zum 5:0 traf war die Entscheidung gefallen. Waldkirchen versuchte zwar weiter alles, gegen die Aicher Defensivabteilung mit einem bärenstarken Pfafferott war aber nicht anzukommen. Das kurioseste Tor der Begegnung erzielte Stefan Urzinger in der 51. Minute. Daniel Korn und Christian Koller saßen in der Kühlbox. Der Gästetrainer nahm seinen Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspieler vom Eis und wollte mit sechs gegen unbedingt den ersten Treffer erzielen. Doch Stefan Urzinger schnappte sich im eigenen Drittel die Scheibe und traf mit seinem Befreiungsschlag ins verwaiste Tor der Waldkirchner zum 6:0. Obwohl die Gastgeber die Partie schon abgehakt hatten kamen sie in der 58. Minute durch Vokaty noch zum Ehrentreffer. Den Endstand zum 7:1 stellte Puntureri (Jarczyk/C. Koller) mit seinem dritten Treffer her.

„Dieser Sieg ist der geschlossenen Mannschaftsleistung mit einem hervorragenden Jo Pfafferott im Tor zu verdanken.“ so der Aicher Coach Georg Herrmann nach der Begegnung. Ein ganz besonderes Lob zollte er seiner dritten Sturmreihe mit Raphael Wild, Lukas Ströbl und Bailey Görl, in der zwei gelernte Verteidiger zu Stürmern umfunktioniert wurden und die dem Gegner das Leben schwer gemacht haben.

Der EV Aich steht nach dem sensationellen Sieg im Finale um die Bezirksliga-Meisterschaft. Gegner ist der ESC Geretsried, der sich seinerseits ebenfalls in drei Spielen gegen den Vorjahresmeister Lindenberg/Lindau durchsetzte. Das erste Spiel der Finalserie findet am Freitag, 16.03. um 19:30 in der heimischen Sparkassenarena statt.  Weil im offenen Geretsrieder Stadion kein Eis mehr zur Verfügung steht, wird das zweite Spiel am Samstag in Bad Tölz ausgetragen. Ein mögliches drittes Spiel wäre am 23. März wieder zuhause, dafür würde dann sogar die Eis-Saison in Moosburg um eine Woche verlängert werden.